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PRESSEMITTEILUNG                                                                                                                                                                                                                        Landwirtschaftliche Fachschule/Saatzucht Edelhof 

Neuer Parzellenmähdrescher an Saatzucht Edelhof im Einsatz

LR Teschl-Hofmeister: Modernste Erntetechnik für die Getreidezüchtung von morgen
Edelhof (12.9.2026) Die Saatzucht Edelhof, der älteste noch aktive Getreidezuchtbetrieb Österreichs, hat einen neuen Parzellenmähdrescher in Betrieb genommen. Die hochspezialisierte Erntemaschine überzeugt durch ihre Schlagkraft: Bei der Versuchsernte sind nur mehr zwei Personen erforderlich, wobei die Vermischungsfreiheit des Ernteguts sowie die automatische Datenerfassung gewährleistet sind – grundlegende Voraussetzungen für verlässliche Züchtungsergebnisse.

 

„Seit über 120 Jahren wird an der Saatzucht Edelhof intensiv an der Züchtung von Getreidesorten gearbeitet, die an die regionalen Klimabedingungen angepasst sind. Dank laufend modernisierter Technik entsteht seit Generationen widerstandsfähiges und vitales Saatgut“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Der Einsatz des neuen Parzellenmähdreschers ist ein weiterer Schritt, um diese Tradition mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit fortzuschreiben. Zudem kommt der Einsatz modernster Agrartechnik auch den Schülerinnen und Schülern im praktischen Unterricht zugute“, so Teschl-Hofmeister.

Der neue Parzellenmähdrescher ermöglicht es, während des Erntedurchgangs direkt am Feld Ertrag, Kornfeuchte und weitere Qualitätsparameter automatisch zu erfassen. Die automatische Datenerhebung verhindert typische Fehlerquellen wie Übertragungsfehler und sorgt damit für präzisere Ergebnisse – insgesamt ein klarer Qualitätssprung bei der Versuchsdatengewinnung.

„Mit der neuen Maschine können wir unsere Versuchsparzellen sehr rasch und mit nur zwei Personen beernten. Früher waren bis zu acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, zudem dauerte die Ermittlung der Versuchsergebnisse wesentlich länger“, erklärt Saatzucht-Betriebsleiter Andreas Jager. „Die Sortenreinheit bei der Ernte ist für uns entscheidend – nur wenn jede Parzelle sauber getrennt geerntet wird, liefern uns die Daten eine verlässliche Grundlage für unsere Züchtungsarbeit“, betont Sissy Zechner, Züchtungsleiterin der Saatzucht Edelhof.

Für Landesgüterdirektor Erhard Kührer nimmt die Saatzucht Edelhof in der österreichischen Getreidezüchtung eine besondere Rolle ein. Denn hier werden klimafitte Getreidesorten entwickelt – Sorten, die Hitze und Trockenheit zuverlässig standhalten. Damit leistet die Saatzucht Edelhof einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherheit der heimischen Landwirtschaft.

Präzise Ernte, moderner Arbeitsplatz

Der neue Parzellenmähdrescher vom Typ Zürn 150 garantiert eine vermischungsfreie Ernte sowohl auf Klein- als auch auf Großparzellen. Mit dem windgeschützten Wiegesystem werden Gewicht und Feuchte des Ernteguts gemessen und digital verarbeitet. Gegenüber älteren Mähdreschern bietet das neue Modell einen Arbeitsplatz, der zeitgemäßen Anforderungen entspricht – mit sehr geringer Lärmbelastung und einer leistungsstarken Klimaanlage, die bei der Ernte im Sommer besonders wichtig ist. Zudem sind alle Daten der Probenahme dank fünf integrierter Kameras jederzeit auf einem Monitor im Blick.


 

Foto (v.l.n.r.) Landesgüterdirektor Erhard Kührer, Saatzucht-Betriebsleiter Andreas Jager, Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Abteilungsleiter Helmuth Sturm, Züchtungsleiterin Sissy Zechner, Schülerin Kathrin Murth, Praktikant David Adrian und Direktorin Michaela Bauer-Windischhofer

Foto Copyright: Jürgen Mück

Sorten, Sorten, Sorten…

Wir freuen uns über jede Sortenzulassung, denn diese ist der erste Lohn für unsere langjährigen Selektionen!

Im Jahr 2025 waren dies in Europa:

EHUBIA ertragreiche Sommer-Braugerste mit sehr günstigem Marktwarenanteil
EHODINI begrannter und gesunder Qualitätswinterweizen mit Steinbrandresistenz – Vermehrung über Die Saat/RWA AG
EPOLLON hochertragreicher und ährengesunder Winter-Mahlweizen, Kolben  –  Vermehrung über Probstdorfer Saatzucht

Deutschland
ED hochertragreicher und gesunder Bio-Winter-Mahlweizen, Kolben

 Kasachstan
ELAYA begrannter, hochertragreicher Sommer-Qualitätsweizen

Zwei Neuzulassungen gab es für uns im März 2026 in Kroatien
ELMI winterharter Winter-Qualitätshafer mit weißen Spelzen
EUROJACK winterharter Winterhafer mit weißen Spelzen

 

Besonders stolz sind wir darauf, dass das Malz-Komitee unsere Sommer-Braugerste EDELMIRA als eine der Hauptbraugersten für Österreich
ab 2026 akzeptiert hat; EDELMIRA wird nun in größerem Maßstab vermehrt.

    

Fachtag Ackerbau „Neue Herausforderungen und Lösungen im Pflanzenschutz“

Der diesjährige Fachtag beschäftigte sich mit dem Thema Pflanzenschutz aus verschiedenen Blickrichtungen. Die Veranstaltung wurde in bewährter Weise von Elisabeth Zechner, LFS Edelhof, und Martin Größ, BBK Zwettl, vorbereitet. Interessierte LandwirtInnen, LehrerInnen und Edelhofer SchülerInnen verfolgten die interessanten Vorträge.

Direktorin Michaela Bauer-Windischhofer eröffnete Kammerobmann Dietmar Hipp mit einem pointierten Überblick zu aktuellen regionalen und überregionalen Themen der Landwirtschaft den Vormittag. Martin Größ und Sissy Zechner führten souverän durch das Programm.

Unter dem Titel „Neue Unkräuter und Giftpflanzen in der Landwirtschaft“ beleuchtete Swen Follak, Herbologe am AGES Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, die sich wandelnde Unkrautflora. Im Fokus standen Giftpflanzen wie Stechapfel sowie hochallergene Arten wie Ambrosia (Ragweed) und schwer bekämpfbare Neueinwanderer im Waldviertel, darunter verschiedene Hirsearten.
Darauf aufbauend sprach Christian Emsenhuber vom Referat Pflanzenschutz der LK NÖ über „Resistenzmanagement und Wirkstoffverfügbarkeiten im Ackerbau“. Er erläuterte die Entstehung von Resistenzen bei Ungräsern, plädierte für den gezielten Wechsel der Wirkstoffgruppen und betonte die Vorteile einer Herbstbekämpfung in der Herbizidstrategie.
Einen Blick in die Zukunft des Pflanzenschutzes warf Markus Freudhofmaier (RWA AG, Abteilung Pflanzenschutz) mit seinem Vortrag „RNAi – ein neuer Wirkmechanismus für den Pflanzenschutz“. Die Technologie könnte künftig eine wichtige Ergänzung bei der Kartoffelkäferbekämpfung darstellen. Erste Feldversuche laufen im Versuchsnetz der LAKO an der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn.
Auch der „Pflanzenschutz-Warndienst“ entwickelt sich stetig weiter: Vera Pachtrog-Wilfinger von der LK NÖ, Landeskoordinatorin des Warndienstes für Niederösterreich und Fachbereichskoordinatorin für Ackerbau, präsentierte aktuelle Neuerungen sowie erweiterte Monitoring- und Prognosemodelle.

Wichtige Information: Sämtliche Vortragsunterlagen können unter  https://lfs-edelhof.ac.at/2026/02/24/8821/ auf der Edelhofer Website unter NEWS heruntergeladen werden.

 

 

von links: Erhard Kührer Landesgüterdirektor Land NÖ, Vera Pachtrog-Wilfinger LK-NÖ, Christian Emsenhuber LK-NÖ, 
Michaela Bauer-Windischhofer Direktorin LBZ Edelhof, Martin Größ BBK Zwettl, Markus Freudhofmaier RWA AG, Swen Follak AGES,
Sissy Zechner Saatzucht LFS Edelhof